30.07.2018

Klasse statt Kasse!

Dr. Wolfgang Bärtl, Vorstand des BFAV, Orthopäde, Neumarkt

Spahns Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) wird nach Ansicht vieler Fachärzte zum finalen Turbolader für eine Zweiklassenmedizin. Der Bayerische Facharztverband bietet den niedergelassenen Kollegen Unterstützung zum Aufbau einer alternativen »Klasse-Medizin«

  • TSVG bringt Kassensprechstunden
  • Zweiklassenmedizin durch die Hintertür
  • »Turbolader für Staatsmedizin«

Staatlich organisierte »Kassensprechstunden« oder die bewährte, künftig privatärztlich von der Praxis organisierte, Termin-Sprechstunde? Wohin die ideologische Reise im bundesdeutschen Gesundheitswesen geht, steht den Betroffenen klar vor Augen: „Spätestens mit Vorlage des Referentenentwurfes des ersten Gesundheitsgesetzes von Jens Spahn, des sog. Terminservice– und Versorgungsgesetzes (TSVG) ist klar, dass niedergelassene Fachärzte, insbesondere die Leistungsträger in der Grundversorgung, weiter als Mulis der Versorgungslast missbraucht werden sollen“, kritisiert der BFAV-Sprecher Dr. Wolfgang Bärtl, selbst niedergelassener Orthopäde in Neumarkt/Opf., den Gesetzentwurf. 

Statt endlich die über Jahrzehnte übererfüllenden Leistungen der fachärztlichen Grundversorgung aus der „willkürlichen Budgetierung zu nehmen und sie endlich anständig zu bezahlen“, würden weitere Verpflichtungen und Gängelungen angekündigt, die sich in vielfältiger Weise gegen Freiberuflichkeit und Selbständigkeit wenden.

Der Gegenentwurf

„Das Gesetz atmet den Geist der Staatsmedizin und wird sich zum Turbolader einer Zweiklassenmedizin entwickeln“ warnt Bärtl und fordert seine fachärztlichen Kollegen auf, sich endlich zusammenzuschließen, um Strategien zum Aufbau und Erhalt einer ambulanten „Klasse-Medizin“ zu entwickeln als Gegenentwurf zu einer „Kassen-Medizin“ mit anonymen, zentralvermittelten Terminen, „mit einer offenen Warteschlangen-Sprechstunde und einer minimalistisch vergüteten Holzklasse-Medizin. 
Dagegen haben unsere Patienten, egal ob Kasse oder Privat, ein Recht und einen Anspruch auf modere, individuelle und auch serviceorientierte medizinische Behandlung, so das Versprechen Bärtls. Der Gesetzentwurf ist für den BFAV-Sprecher der „allerletzte Beleg, dass es höchste Zeit ist, sich  aus den Zwängen der budgetierten Kassen- Medizin möglichst unabhängig zu machen. 
Der BFAV/BVNF wird sich künftig schwerpunktmäßig mit den Möglichkeiten alternativer Möglichkeiten jenseits der budgetierten Kassenmedizin beschäftigen und fachspezifische Angebote zur praktischen Umsetzung entwickeln. Der BFAV biete niedergelassenen Fachärzten Unterstützung beim Aufbau und Ausbau der „Klasse-Medizin“ statt „Kassenmedizin“.

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