03.03.2018

Adäquate Therapie zeitnah möglich machen –BFAV hofft auf neuen Wind im Bundesgesundheitsministerium

Dr. Ilka Enger, Internistin, Neutraubling

Jens Spahn hat unmittelbar nach seiner Nominierung zum Bundesgesundheitsminister angekündigt, dass er sich um das Thema der Anpassung in der Vergütung gesetzlicher Leistungen kümmern will. Die niedergelassenen Fachärzte schöpfen Hoffnung, dass damit die Diskussion um die Patientenversorgung entideologisiert wird und das Geld dorthin fließt, wo es hingehört - in die Patientenversorgung.

„Wie schnell ein Patient einen Termin bei Haus- oder Facharzt bekommt, sollte eine Frage der medizinischen Dringlichkeit sein“, erläutert Ilka Enger, Vorsitzende des bayerischen Facharztverbandes. „Gleich lange Wartezeiten für alle Patienten einzufordern, klingt vielleicht nach sozialer Gerechtigkeit, ist aber im Zusammenhang mit medizinischer Behandlung eher kritisch und birgt Gefahren für wirklich kranke Patienten.“ 

Das Beispiel sog. Terminservicestellen zeige hier deutlich die Fehlentwicklung, wenn die Terminvermittlung teurer komme, als die Behandlung selbst und nachweislich nicht zu einer Verbesserung der Versorgungssituation der Patienten geführt habe. Diese bürokratische Terminzuweisung werde auch nicht gut von den Patienten angenommen.

Andererseits - so ist der bayerische Facharztverband überzeugt - ist es durch falsche Anreize im Honorarsystem und durch die Budgetierung der Vergütung zu einer Verknappung der Geldmittel gerade in einer wesentlichen Zugangsebene des Gesundheitswesens - der  fachärztlichen Grundversorgung - gekommen, die für die Patienten nicht nachvollziehbar ist und zu einem Ausweichen in die Notaufnahmen führt.

„Hier geht der Ansatz des designierten Bundesgesundheitsministers in die richtige Richtung, über eine Veränderung und hoffentlich Verbesserung der Vergütung in diesem Bereich der Grundversorgung nachzudenken,“ lobt Wolfgang Bärtl, Sprecher des BFAV und niedergelassener Orthopäde. „Herr Spahn sollte hier der langjährigen Forderung des BFAV eine Chance geben, die Grundversorgung, also die Eingangsebene dieser Kassenpatienten zur fachärztlichen Versorgung besser und angemessen zu vergüten. Schnellere Termine für Kassen-Patienten bei Fachärzten sind nur über eine Stärkung und Entbudgetierung der Grundleistungen zu erreichen.“Der BFAV zeigt sich davon überzeugt, dass Jens Spahn - als ausgewiesener Finanzexperte - um die Marktinstrumente weiß, die es braucht, um die Versorgung der Patienten zu verbessern und diese auch einzusetzen versteht.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband

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