25.07.2016

BFAV-Regional – »Nerv getroffen«

Informationsveranstaltung in München am 19.07.2016 – Bei der BFAV-Veranstaltung in München 19.07.2016 in den Räumen der Apo-Bank München hat der Bayerische Facharztverband (BFAV) bei den niedergelassenen Fachärzten mit dem Thema der Kündigungswelle von Konsiliar- und Honorarztverträgen wohl den berüchtigten »Nerv getroffen«.

Nach einer Vorstellung von Herrn Seyler, dem Münchner Filialleiter der Apobank, zu den verschiedenen organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten, die niedergelassene Ärzte haben, um sich in Ärztehäusern zu organisieren, stellte Dr. Wolfgang Bärtl das in den vergangenen sechs Jahren vom BFAV Erreichte vor, insbesondere die Förderung der Grundversorgung, Festlegen der Kardinalpunkte nach festen und angemessenen Preisen auf Landes- und Bundesebene.

Kündigungswelle

Allen voran aber weckte das topaktuell ins Programm mit aufgenommene Thema der Kündigungswelle von Konsiliar- und Honorarztverträgen das Interesse der zahlreichen Teilnehmer. Mit fachjuristischer Unterstützung des Medizinrechtsanwaltes Dr. Johannes Semmelmayer aus Regensburg entwickelte sich eine lebhafte und fruchtbare Diskussion. Man war sich einig, sich den unverkennbaren Einschüchterungsversuchen der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), deren Ziel letztendlich in einem Preisdumping der bestehenden Verträge enden sollten, nicht wehrlos zu ergeben. Konsiliar- und Honorarärzte sollten sich vielmehr als selbstständige, freiberuflich tätige Fachärzte verstehen, deren der Honorare nicht unter der gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) mit entsprechenden Steigerungsfaktoren bzw. unterhalb äquivalenter Anteilen aus der DRG zu bemessen sind. Sollten besondere Qualifikationen oder der Ruf des jeweiligen Arztes bzw. die besondere Schwierigkeit in der Person des Patienten höhere Vergütungen begründen, müssen diese auch eingefordert werden.

DKG-Preisdrücker?

Versuchen der Klinikmanager, diese Preise jetzt unter Drohung mit dem seit 04.06. in Kraft getretenen Antikorruptionsgesetz zu drücken, sollen die Niedergelassenen geschlossen und entschieden entgegentreten, da sie die von den Patienten hoch geschätzte und qualitativ hochwertige stationäre meist operative Versorgung und Nachsorge durch niedergelassene Fachärzte ihres Vertrauens gefährden. Denn letztlich wurde und wird mit der stationären Tätigkeit auch dem Wunsch der Patienten entsprochen, von ihrem gewünschten Arzt behandelt zu werden bzw. einem personellen Mangel im stationären Bereich zu entgegnen. Der Bayerische Facharztverband will sich auch hier besonders für die Interessen der niedergelassenen der niedergelassenen Fachärzte nach dem Motto "Einsetzen statt Aussitzen" einsetzen und wird sich auch weiter für seine Mitglieder engagieren.

Abrechnungstipps

Nach einem Vortrag von Dr. Meindl zur GOÄ Reform und aktuellen Abrechnungstipps, brachte Dr. Ilka Enger Transparenz in die Hintergründe und Entwicklungen der GOÄ-Reform. Insbesondere, dass zwar die Leistungsbewertungen nach elementarer Kritik zurückgenommen und jetzt neu bewertet werden, aber auch der Paragraphenteil, der die generellen Richtlinien vorgibt, weiterhin wesentlicher Korrekturen bedarf, wenn nicht komplett zurückgenommen und durch den bisherigen ersetzt werden sollte. Dr. Enger schloss mit den wesentlichen Argumenten, warum der BFAV in der kommenden KV Wahl im Oktober gestärkt werden muss, um auch in den kommenden sechs Jahren nicht nur weiter die Honorarsituation zu verbessern, sondern auch den Wandel der KVB zu einer echten Service Institution für den niedergelassenen Arzt fortzusetzen.

Kategorie: KVB Wahl 2016, BFAV