19.07.2016
Von: Dr. Wolfgang Bärtl, Neumarkt

BFAV hilft gegen »Organversagen«

Dr. med. Wolfgang Bärtl, Orthopäde, Neumarkt

Feste und angemessene Preise für alle fachärztlichen Leistungen und nicht nur für besonders spezialisierte sog. freie Leistungen sind für die Vertreter des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV) vorrangiges Ziel für die kommende Wahlperiode in der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB).

Nur so kann die immer weiter aufklaffende Honorarlücke der fachärztlichen Grundversorgung, die »mGV-Falle« der gedeckelten Gesamtvergütung geschlossen werden. Nur so werden unsere Praxen für den Nachwuchs als Alternative zum Klinikalltag wieder attraktiv. Dies ist für die anrollende Übergabe-Welle in unseren Facharztpraxen von existenzieller Bedeutung.

Besser Tierarzt?

Wenn die Erstuntersuchung der in Bayern nach zwei Jahren wieder aufgetauchten Schnappschildkröte Suarez mit 44,13 EUR doppelt so teuer ist als das Regelleistungsvolumen eines in der Grundversorgung tätigen niedergelassenen Facharztes für ein ganzes Vierteljahr, dann hat die KV an diesem Punkt bislang versagt. Diesem "Organversagen" gilt es mutig und entschlossenen entgegen zu treten. Mit den fachärztlichen Vertretern des BFAV, mit unserer erfahrenen Spitzenkandidatin Ilka Enger in München und Wolfgang Bärtl in Berlin wollen wir uns in der kommenden Legislatur weiter dafür stark machen.

Feindliche Übernahme

Eine qualitativ hochwertige, flächendeckende fachärztliche Versorgung unserer Patienten durch niedergelassene Fachärzte wird nur mit einem attraktiven, angemessenen Arzteinkommen weiterhin sicherzustellen sein. Längst reicht das Einkommen aus kassenärztlicher und privatärztlicher Tätigkeit eines in der fachärztlichen Grundversorgung tätigen Niedergelassen insbesondere in ländlichen Regionen dafür nicht mehr. Wenn wir die großflächige "feindliche Übernahme" unserer Facharztpraxen durch Konzerne und Klinik-MVZ zu Dumpingpreisen verhindern wollen, müssen wir die Honorarlücke in der fachärztlichen Versorgung schließen - und zwar vorrangig dort wo der wirtschaftliche Druck am stärksten ist.

Erster Schritt

Die Pauschale zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (PFG) war ein erster hart erkämpfter Schritt für eine gerechtere und angemessenere Vergütung der fachärztlichen Grundleistungen. Wir vom BFAV haben die »fachärztliche Grundversorgung« als elementares Versorgungssegment in den Köpfen der Gesundheitspolitiker und im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert. Diese Erfolge gilt es auszubauen, zur Definition und Ausbudgetierung aller fachärztlichen Grundleistungen zu festen und angemessenen Preisen abzuschließen und nicht in die Sackgasse einer »Spezialinteressens-Klientelpolitik« zu laufen.

Wir vom BFAV sind, wie die Debatte in der letzten Vertreterversammlung deutlich gezeigt hat, nicht bereit, unsere Selbständigkeit als freier Unternehmerverband einem Kollektiv-Modell dem »Thüringer KV-Fahrschulbetrieb«, zu Lasten der restlichen Fachärzte zu opfern.

Wir wehren uns - im Gegensatz zu anderen dagegen, diese Existenzvernichtung mit dem Endziel einer bürokratisch organisierten Staatsmedizin aus unseren Beiträgen zu finanzieren.
Der BFAV wird defizitäre KV-Eigenbetriebe auf Kosten und in Konkurrenz zu den Vertragsärzten nicht durchwinken, denn der KV-Sicherstellungsauftrag ist nur mit existenzsichernden Facharztpraxen erfüllbar.

Wir ducken uns nicht weg, weil wir von unseren Praxen auch morgen noch leben wollen.

Deshalb wählen Sie unabhängige und erfahrene Profis aus der Praxis, wählen Sie die Kandidaten des BFAV mit Ilka Enger an der Spitze! Bequemlichkeit ist nicht unser Ding.

Einsetzen statt Aussitzen!

PS: Der BFAV ist der »Unternehmer-Facharzt-Verband«, d.h. wir treten ohne lähmende Interessenskonflikte mit Angestellten und fachspezifischen Partialinteressen ausschließlich für die Existenz unserer selbstständig geführten Praxen ein.

Kategorie: KVB Wahl 2016