11.12.2015

Huml denkt voraus - Bayern fördert fachärztliche Grundversorgung

Großes Lob und Unterstützung erhält Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml vom Bayerischen Facharztverband (BFAV) für ihre Pläne, künftig - neben der hausärztlichen - auch die fachärztliche Grundversorgung in den Regionen fördern zu wollen.

Für den BFAV-Sprecher Dr. Wolfgang Bärtl ist »dieses klare Bekenntnis ein wichtiges und wegweisendes Signal der eigenständigen Politik im Freistaat an die Bevölkerung, dass Sie die fachärztliche Versorgung der ländlichen Regionen als Herzensangelegenheit betrachten.«

Der in eigener Praxis in Neumarkt (Opf.) niedergelassene Orthopäde verbindet damit die Aufforderung an die gemeinsamen Selbstverwaltungen, durch Reform des fachärztlichen EBM (einheitlicher Bewertungsmaßstab) und geeignete Honorarverteilungs- bzw. Strukturfördermaßnahmen die über Jahrzehnte ins Hintertreffen geratene fachärztliche Grundversorgung effektiv zu stärken.

Öffnung bis 50.000 Einwohner

Gleichzeitig bittet der BFAV die Ministerin, die geplante Begrenzung der Förderung auf Städte/Gemeinden unter 20.000 Einwohner zu erweitern, da grundversorgende Fachärzte sich auch in ländlichen Regionen in Gemeinschafts-Zentren zusammenschließen. Dies diene einer besseren Erreichbarkeit und Kooperation verschiedener Fachrichtungen und fördert darüber hinaus die politisch gewünschte, bessere Verknüpfung des ambulanten mit dem stationären Sektor als starker Partner auf Augenhöhe am Ort.

Die Zusammenschlüsse seien »auch wirtschaftlichen Zwängen geschuldet, da keine Facharztpraxis der Grundversorgung - zumindest nach der aktuellen Vergütungssystematik - ohne nennenswerte Privateinnahmen existieren kann«, so begründet der Fachärzte-Chef das Anliegen. Diese Rahmenbedingungen seien in kleineren Gemeinden auf dem Land nicht gegeben.

Als Beispiel benennt Bärtl die angespannte Versorgungssituation in der nördlichen Oberpfalz: Konkret sind in der Region Weiden drei von fünf Hautarztsitzen unbesetzt. Nach der aktuellen Regelung kämen die Förderungskriterien in der Stadt Weiden nicht zu tragen. Auch in Kulmbach kommt ein konservativer Augenarzt nicht in den Genuss der Niederlassungsförderung. Eine Erweiterung der Förderkriterien auf Städte unter 50.000 Einwohner in ländlichen Regionen erscheint dem BFAV deshalb sinnvoll.

Kategorie: Allgemein, BVNF