17.10.2014

VSG - „Bayern zahlt die Zeche“

BFAV befürchtet: „Vieles wird schlechter für die Kassenpatienten in Bayern“

Das lange Warten wird kein Ende haben: Gesetzlich Versicherte bekommen künftig von der Politik eine Termingarantie - finden aber keine Ärzte, da über 5000 Praxen in Bayern verschwinden werden, so analysiert der Bayerische Facharztverband den Entwurf des Versorgungsstärkungsgesetzes (GKV-VSG).

Als „verheerend für Patienten und Ärzte in Bayern“ bezeichnet der Vorsitzende des Bayerischen Facharztverbandes, Dr. Wolfgang Bärtl, die Auswirkungen der Planungen von Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe, einen verpflichtenden Aufkauf von freiwerdenden Praxen in sog. überversorgten Gebieten gesetzlich zu verordnen. Unter den derzeit gültigen Kriterien gilt als Maßstab eine Überversorgung von 110 Prozent. Damit wären in Bayern nach Veröffentlichungen der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB) rund 620 Hausärzte, 2.770 Fachärzte und 1.210 Psychotherapeuten zu viel tätig, deren Praxen durch die KVB aufgekauft werden müssten.

„Nahezu grotesk erscheint unter diesem Szenario andererseits das Versprechen des Gesetzesvorhabens nach schnelleren Terminen bei Fachärzten mit der Einrichtung von Terminservicestellen“, moniert Bärtl. Damit sollen die im System noch verbliebenen Ärzte  die Kosten der Zwangsaufkäufe aus ihren budgetierten Honoraren bezahlen und gleichzeitig noch mehr und schnellere Termine garantieren.

„Dieses Gesetzesvorhaben muss schleunigst gestoppt werden, da es  in Bayern für die überdurchschnittlich gute, ambulante, haus-, besonders aber auch fachärztliche und psychotherapeutische, Versorgung katastrophal wäre“, appelliert der BFAV-Chef  an die verantwortlichen Politiker im Freistaat, dagegen einzuschreiten.

„In Zeiten des unbestrittenen Ärztemangels und der Nachwuchsprobleme kann man mit diesen untauglichen Zwangsmaßnahmen keine Versorgung erhalten. Vielmehr gälte es, über eine nachhaltige Stärkung der haus- und fachärztlichen Grundversorgung die Attraktivität auch in ländlichen Regionen zu erhöhen, um die flächendeckende medizinische Versorgung zu erhalten. Gute medizinische Versorgung ist ein zunehmend wichtiger werdender Strukturfaktor - gerade in einem Flächenstaat wie Bayern.“

Deshalb sind alle verantwortlichen Politiker in Bayern, Patienten und Ärzte aufgerufen, alles zu unternehmen, um dieses versorgungsfeindliche Gesetzesvorhaben zu stoppen!

Kategorie: BFAV