11.09.2014

Ohne Einsatz keine Veränderung!

Das Aktionsbündnis zur Förderung der fachärztlichen Grundversorgung (AfG) ist schwer enttäuscht über das Ergebnis der Honorarverhandlungen 2014. Die KBV hat den selbst auferlegten unverrückbaren Meilenstein zur Ausbudgetierung der fachärztlichen Grundleistungen geräuschlos beseitigt. Die Flanke für die Gröhe-Trias öffnet sich noch weiter.

Nicht nur die Höhe der erreichten Honorarzuwächse für das altbekannte System der Zu- und Verteilung durch die KV erntet die Kritik des AfG , sondern auch die nahezu kampflose Aufgabe des "Meilensteins" zur Ausbudgetierung aller haus- und fachärztlichen Grundleistungen zu festen und angemessenen Preisen.

Die Fachärzte an der Basis haben große Hoffnungen auf die im Zeitplan überfällige, versprochene Einlösung dieses Meilensteins des von der KBV-VV beschlossenen "unverrückbaren" Masterplans,  gesetzt und sehen sich nach der nahezu kampflosen Räumung dieser grundsätzlichen Forderung schwer enttäuscht.

"Die extrabudgetären Zuschläge für die PFG (Pauschale Fachärztliche Grundleistungen) sind nicht, wie gefordert und suggeriert, ein wirklicher Schritt aus dem Budgetgefängnis, sondern allenfalls ein Almosen der Kassen in Cent-Beträgen pro Fall. Sie können die über Jahre entstandenen Defizite von schätzungsweise 20-30 Euro pro Fall in der fachärztlichen Grundversorgung nicht kompensieren", fordert Dr. W. Bärtl, der Sprecher des AfG, die KBV auf, endlich die offene Flanke der massiven Unterfinanzierung bei den niedergelassenen Fachärzte zu schließen, in die passgenau die Gröhe-Trias mit Termingarantie, Zwangsaufkauf und Öffnung der Kliniken hineinstösst.

"Jahre, in denen uns nicht, wie beschlossen und geplant, ein weiterer Schritt aus dem Budget gelingt, sind verlorene Jahre für die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten", erinnert Bärtl die KBV-Führung an die Beschlüsse und das Mandat der Mitgliederbefragung aus dem Herbst 2012.

"Was die Honorarverhandlungen nicht erreicht haben, muss der EBM heilen", nimmt Bärtl die KBV für 2015 in die Pflicht, jetzt über eine Reform des EBM sicherzustellen, dass auch Fachärzte, die vorwiegend mit der Grundversorgung von GKV-Patienten betraut sind, angemessene Erträge aus dieser Tätigkeit erwirtschaften können.

Dazu bedürfe es schleunigst belastbarer Daten über die Betriebskosten dieser Subgruppen, um die erforderlichen Fallwerte in die Diskussion einfließen zu lassen.

Kategorie: BVNF, BFAV