22.08.2014

Aktionsbündnis zur Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung (AfG) gegründet

Die regierende große Koalition hat in ihrem Koalitionsvertrag die Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung thematisiert, wohl auch angesichts der Tatsache, dass diese in den letzten 10 Jahren die Zeche für den medizinischen Fortschritt zahlen musste. „Aus diesem Grund haben wir das Aktionsbündnis zur Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung gegründet“, erklärt W. Bärtl, Sprecher des AfG. „Wir wollen damit, zum einen die Politik und die Kassen an ihre Verantwortung für die inzwischen wie die hausärztliche Versorgung ebenso bedrohte fachärztliche Praxis erinnern, zum anderen aber auch die ärztliche Selbstverwaltung unterstützen, in den anstehenden Honorarverhandlungen die Ausbudgetierung der fachärztlichen Grundleistungen zu festen und angemessenen Preisen vorrangig durchzusetzen“.

„Fast alle fachärztlichen Praxen betreiben Grundversorgung und sind daher auch auf eine angemessene  Vergütung der fachärztlichen Grund- und Kernleistungen zu festen Preisen angewiesen“,  so Bärtl weiter.

Die fachärztliche Grundversorgung – so das Bündnis – sei durch die rein innovationsgetriebene Honorarpolitik in der Vergangenheit stark ins Hintertreffen geraten. Ohne Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung kommt eine sorgfältige Indikationsstellung für die hochspezialisierten Leistungen zu kurz. Die Folge ist eine vermeidbare Verteuerung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung, höchstwahrscheinlich auch mit einer Qualitätsminderung.

Das Ziel des Aktionsbündnisses ist, das Fundament der fachärztlichen Versorgung – auch finanziell – wieder tragfähig zu machen. Eine Facharztpraxis der Grundversorgung muss aus der Behandlung gesetzlich versicherter Patienten angemessene Erträge erwirtschaften können, sowohl auf dem Land als auch in der Stadt. Dazu benötigt sie feste und angemessene Preise.

„Aufgabe der Selbstverwaltungen ist, die anstehende Neubewertung der Vergütung der ärztlichen Leistung gegenüber rein technischen Leistungen zu stärken“,  so Bärtl. „Mitglieder sind bisher der BVNF/BFAV sowie das orthonet-NRW eG, Uro-GmbH Nordrhein, HNOnet NRW eG, GenoGyn Rheinland e.G., Anästhesienetz NRW e.V. aus Nordrhein-Westfalen sowie das Aktionsbündnis Urologie (ABU) - Dachverband der Bayerischen Urologen e.V. Wir hoffen darauf, dass sich aus dem gesamten Bundesgebiet weitere Berufsverbände und freie Ärzteverbände anschließen.“

Programm des AfG zur Stärkung der fachärztlichen Grundversorgung

Kategorie: BVNF, BFAV