Patientenschutz statt Sparpolitik
BFAV kritisiert Ergebnisse der Expertenkommission Gesundheit
Der Bayerische Facharztverband (BFAV) übt scharfe Kritik an den Vorschlägen der jüngst vorgestellten Expertenkommission Gesundheit und warnt vor massiven Folgen für Patienten und niedergelassene Fachärzte.
„Die Wölfe blöken – und die Schafe fühlen sich verstanden? Hoffentlich nicht!“, erklärt Dr. Klaus Stefan Holler, niedergelassener HNO-Arzt und Vorstand des BFAV. Die vorgelegten Reformvorschläge zielten aus seiner Sicht einseitig auf Einsparungen zulasten der Patienten und der ambulanten fachärztlichen Versorgung.
Die Kommission habe „maximales Sparpotenzial bei Patienten und niedergelassenen Fachärzten entdeckt“ und nehme damit bewusst steigende Belastungen in Kauf. Konkret kritisiert der BFAV geplante höhere Zuzahlungen für Versicherte sowie weitere Honorareinschnitte für Fachärzte. Diese Maßnahmen würden die Versorgung nicht verbessern, sondern gezielt schwächen.
Gleichzeitig blieben zentrale Kostentreiber des Systems unangetastet. „Eine echte Krankenhausreform, die Reduktion überhöhter Arzneimittelpreise oder der Abbau der enormen Verwaltungskosten im System finden praktisch nicht statt“, so Holler. Statt struktureller Lösungen setze die Politik auf kurzfristige Einsparungen bei denjenigen, die die medizinische Versorgung unmittelbar sicherstellen.
Auch Dr. Wolfgang Bärtl, langjähriger gesundheitspolitischer Vertreter des Verbandes, sieht in den Vorschlägen eine gefährliche Schieflage: „Tragfähige Reformkonzepte werden ignoriert, während gleichzeitig die freiberufliche fachärztliche Versorgung zunehmend unter Druck gerät.“
Der BFAV warnt vor den langfristigen Konsequenzen dieser Entwicklung. Eine Schwächung der ambulanten Facharztstruktur gefährde nicht nur die Versorgungsqualität, sondern auch die Patientensicherheit. „Ein Patient ohne direkten Zugang zum Facharzt ist im Zweifel ein Patient ohne adäquate Versorgung“, betont der Verband.
Mit Blick auf die politische Entwicklung kündigt der BFAV an, die Interessen von Patienten und Fachärzten weiterhin entschieden zu vertreten. Die aktuellen Reformansätze könnten sich langfristig als gesundheitspolitischer Irrweg erweisen – mit spürbaren Folgen auch für die politische Bewertung durch die Bevölkerung.
