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Apotheker als »Arztersatz«?

BFAV sieht Patientengefährdung

Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken stellte auf dem diesjährigen Deutschen Apothekertag ihre Reformpläne vor: Künftig sollen Apotheker nach ihrem Willen in Eigenverantwortung heilkundlich tätig werden – sie sollen impfen, Patienten bei Erkrankungen beraten und verschreibungspflichtige Arzneimittel abgeben dürfen.

Der BFAV-Sprecher Dr. Klaus Holler, niedergelassener HNO-Arzt in Neutraubling, warnt eindringlich vor „diesem fragwürdigen Sparexperiment des BMG zulasten der Patientengesundheit“.

Die geplante eigenverantwortliche Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente in Verbindung mit einer detaillierten Krankheitsberatung könne ein Apotheker „nicht verantwortungsvoll leisten“. Die Ausübung der Heilkunde gehöre, so Holler, „in ärztliche Hand. Voraussetzung hierfür sind ein Medizinstudium und eine ärztliche Approbation. Nur so sind eine korrekte Behandlung und die Patientensicherheit gewährleistet.“

Auch die Durchführung von Impfungen sei eine rein ärztliche Aufgabe, und die Bewertung diagnostischer Untersuchungen gehöre „in kompetente ärztliche Hand“. Es sei deshalb „gesundheitsgefährdend“, dass Warken die Warnungen aus der Ärzteschaft lapidar ablehne. „Bei der medizinischen Versorgung sollten nicht lobbyorientierte Einsparfantasien im Zentrum stehen, sondern eine optimale Patientenversorgung“, so Holler, der auf Einsicht hofft.

Dr. med. Klaus Holler, HNO-Arzt, Sprecher BFAV
Dr. med. Klaus Holler, HNO-Arzt, Sprecher BFAV