13.07.2022

Konkurrenzangst? Ambulante OP´s künftig ohne niedergelassene Fachärzte?

Dr. Wolfgang Bärtl

BFAV wehrt sich gegen Ausgrenzung durch Krankenhauslobby! Mit großer Sorge betrachtet BFAV-Vorstand Dr. Wolfgang Bärtl, die negativen Empfehlungen des „Expertenforum Ambulantisierung“ sog. „Hybrid DRGs“, künftig ausschließlich für den stationären Sektor umsetzen zu wollen und die niedergelassenen Fachärzte dabei auszuklammern.

Der BFAV hält diesen Vorschlag, der den Krankenhäusern generell erlaubt, sich in der ambulanten Medizin zu etablieren, ohne sich mit den aktuell existierenden Gegebenheiten zu befassen, für „vollkommen absurd und Auswuchs eines fragwürdigen Lobbyismus auf dem Rücken der Patienten und auf Kosten der GKV-Finanzen.“  Insbesondere stößt beim BFAV die vorgeschobene Begründung des Expertenrates auf Kritik, der mit einem unnötig hinderlichen Konkurrenzkampf zwischen den Sektoren argumentiere. Bärtl hält diese Argumentation für einen „skandalösen Vorschlag, der die frei niedergelassenen Fachärzte aus der sektorübergreifenden Fortentwicklung im Bereich ihrer Kerntätigkeit ausschließen soll.“
Die nachgeschobene Forderung von DKG-Chef Gerald Gaß, die Umstrukturierung erfordere zudem auch ein Investitionsprogramm für die Kliniken, könne der BFAV „inhaltlich nachvollziehen. Schliesslich sind die niedergelassenen Operateure seit jeher gezwungen, ihre Investitionen für die ambulanten Operationen aus den regulären Einnahmen zu generieren und können nicht auf entsprechende Programme zurückgreifen.“ Viel fairer und zukunftssicherer wäre es aber, „gerade jetzt in Zeiten knapper Gelder mit dem niedergelassenen Sektor gemeinsam die Ambulantisierung voranzutreiben, um in den Hybrid-DRGs gleiche Kostenstrukturen zu entwickeln für ein zukunftssicheres Konzept. Die Krankenhäuser müssen keine Angst vor der besseren Organisation der niedergelassenen Ärzte“ haben,“ so beruhigt Bärtl die Klinikkollegen.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV