26.02.2022

»Lauterbach nimmt uns nicht ernst« – BFAV kritisiert Lethargie der Standesvertreter und fordert Strategiewechsel der Bundesärztekammer

Dr. Wolfgang Bärtl

Der Bayerischer Facharztverband (BFAV) zeigt sich brüskiert von der Ignoranz mit der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die seit langem angemahnte Reform der ärztlichen Gebührenordnung erneut vertagt. Der BFAV-Sprecher fordert deshalb einen sofortigen Strategiewechsel der Bundesärztekammer mit Anpassung der GOÄ alt an den Preissteigerungsindex, die unmittelbare Vorlage beim BGM und Empfehlung an die Ärzte, diese zeitnah umzusetzen.

Mit Verärgerung reagiert man beim BFAV auf die beiläufige Ankündigung Lauterbachs am Rande einer Pressekonferenz, die GOÄ-Reform erneut für unbestimmte Zeit auf Eis zulegen. 

„Dass sich Reinhardt verärgert zeigt, reicht als Reaktion nicht aus. Wir brauchen einen sofortigen Strategiewechsel der BÄK mit Anpassung der GOÄ alt an den Preissteigerungsindex,“ so fordert Dr. Wolfgang Bärtl, Orthopäde aus Neumarkt /Opf. und Vorsitzender des BFAV, die unmittelbare Vorlage der längst ausgearbeiteten Reformgesetze beim BGM. Die offenbare Ignoranz seitens der Gesundheitspolitiker sei Folge einer langjährigen Appeasement-Politik der verantwortlichen Standesvertreter, wie des „selbstgefälligen, ehemaligen BÄK-Präsidenten Frank Montgomery, der versucht hat, jeden Kritiker dieser GOÄ-Reform mit entwertender Kritik mundtot zu machen“, so Bärtl verärgert.

Reinhardt habe diese Erblast zwar nur übernommen, könne sie allerdings trotz vollmundiger Ankündigungen, wie beim DKOU- Kongress geäußert, nicht abschütteln wie das nachfolgende Zitat zeige: „Nach diesem Konsens seien unter Zustimmung der beteiligten Verbände und Fachgesellschaften die finalen Euro-Bewertungen, basierend auf der ärzteeigenen Version, Gegenstand der aktuellen abschließenden Abstimmungen zwischen BÄK und PKV-Verband.“

Konsequent will der BFAV den Druck auf die BÄK massiv erhöhen, „von diesem toten Pferd sofort abzusteigen und dem Ministerium eine Anpassung der GOÄ alt an den Preissteigerungsindex vorzulegen und anzukündigen, dass binnen einer angemessenen Frist vom 4 Wochen allen Ärzten empfohlen wird, diese Sätze zu berechnen. 

Hierzu sei es wenig hilfreich, wenn Herr Gassen sich in dieser Frage einen schlanken Fuß macht. „Die GOÄ muss auch den KBV-Chef brennend interessieren, können doch die Facharztpraxen nur noch durch die Einnahmen und Quersubventionen aus der GOÄ existieren. Insofern zeugt eine solche Äußerung von wenig Weitsicht und Professionalität. Davon brauchen wir in der nächsten Legislatur der KVen definitiv mehr“, wirbt Bärtl um Unterstützung der Kollegen.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV, BVNF