25.10.2021

Kehrt vor der eigenen Tür! – BFAV entsetzt über AOK-Sofortproramm

„AOK-Patienten können sich beim Kassenvorstand Martin Litsch bedanken, wenn sie künftig, vor verschlossenen Praxistüren stehen, die der Mann mit seinem „Sofortprogramm“ eingespart hat, wundert sich der Vorsitzende des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV), Dr. Wolfgang Bärtl, über die Forderung die extrabudgetäre Vergütung für Neupatienten zu streichen. „Zum Sparen sollte die AOK-Bürokratie erst mal vor der eigenen Haustüre kehren, so der in Neumarkt/Opf. niedergelassene Orthopäde und BFAV-Chef zur Idee der gesetzlichen Krankenversicherung ihre eigenen Budgets durch Honorarverzicht der niedergelassenen Fachärzte zu „sichern“.

Die von AOK-Chef Litsch der künftigen Regierung angebotenen Einsparvorschläge treffen insbesondere Facharztpraxen, die mit Neupatienten einen besonders hohen Aufwand haben, der sich betriebswirtschaftlich nicht darstellen lasse. Mit diesem Wissen im Hintergrund sei die Idee „…rein provokativ“. 

Solange Krankenkassen weiter völlig sinnfreie Satzungsleistungen unbudgetiert gewähren, solange jeder AOK-Versicherte seinen persönlichen Physio- und Heilpraktiker wunschgemäß bezahlt bekommt und solange DIGA's (Digitale Gesundheitsapps) für ein Jahr genau so viel Kosten verursachen, wie die Fallwerte für 2,5 Jahre orthopädischer Behandlung, dann stimmt bei diesem AOK-Sparprogramm etwas nicht. 

Die Verweigerung einer ausreichenden Bezahlung der ärztlichen Leistungen ist angesichts dieser Realität der Beitragsverschwendung eine Unverschämtheit“, so Bärtl, der seine Kritik mit der Prognose schliesst: „So werden Leistungseinschränkungen  alternativlos.“

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV, BVNF