14.04.2021

Wertschätzungsoffensive – mehr Anerkennung für MFA!

Dr. Wolfgang Bärtl

Der Bayerischer Facharztverband (BFAV) begrüßt die Wertschätzungsoffensive der Gesundheitspolitik für medizinische Fachangestellte (MFA) und freut sich, dass insbesondere die CSU die Bemühungen des Bayerischer Facharztverband jetzt mit einer Initiative unterstützt, um das Berufsbild endlich attraktiver zu machen. Doch den guten Wünschen müssen finanzielle Taten folgen.

Der Bayerische Facharztverband bemüht sich seit langem die Bedeutung der hochqualifizierten medizinischen Fachangestellten in der Öffentlichkeit angemessen darzustellen. „Ohne unser medizinisches Fachpersonal wären unsere Praxen bei weitem nicht so leistungsfähig, wie das gerade in der Covid-Pandemie demonstriert wurde,“ erinnert Wolfgang Bärtl, Sprecher des BFAV und niedergelassener Orthopäde in Neumarkt. „Aus diesem Grund begrüßen wir die Initiative der CSU, den Beruf der medizinischen Fachangestellten attraktiver zu machen.“

CSU unterstützt BFAV-Antrag

Im Oktober des letzten Jahres hatte Bärtl einen Antrag auf dem bayerischen Landesärztetag eingebracht, der eine Corona-Prämie auch für MFAs einforderte. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit beschlossen – bisher ließ die Politik aber keine konkreten Taten folgen. So sieht die stellvertretende Vorsitzende des BFAV, die Internistin Dr. Ilka Enger dass den aktuellen Vorstoß des gesundheitspolitischen Sprechers der CSU, Bernhard Seidenath „zwar gut gemeint, aber in der Praxis noch lange nicht umgesetzt.“ Es sei „schön, dass die CSU sich Gedanken um die Wertschätzung unseres Personals macht und auch die Initiative ergreift, um den Beruf der MFA attraktiver zu machen,“ so Enger. Das gelte, „insbesondere für die Idee, die Berufsausbildung zu renovieren und den Gegebenheiten einer modernen Praxis anzupassen. “ Enger mahnt aber, dass sich Wertschätzung „nicht mit einem Fünferl in der Trinkgeldkasse“ erschöpfen dürfe.

Honorarzuwachs notwendig

„Unsere Praxen müssen soviel Umsatz erwirtschaften können, dass wir nicht – wie in den letzten Jahrzehnten zunehmend die Praxisnebenkosten wie Gehälter allein durch Minderung des Praxisüberschüsse letztlich aus Rücklagen finanzieren müssen. Das bringt unsere Praxen gerade jetzt in Zeiten der Pandemie immer mehr an den Rand unserer wirtschaftlichen Existenz.“ Unter Missachtung der ökonomischen Realität bleibe die Wertschätzungsoffensive „nur ein neuer politischer Gag in Zeiten des Bundestagswahlkampfes,“ befürchtet Enger.

Ausbildungsreform eingefordert

Ebenso verhält es sich aus Sicht des Verbandes auch mit der angestrebten Ausbildungsreform, die schon lange überfällig sei. Die in den Berufsschulen vermittelten Fähigkeiten deckten schon lange nicht mehr die umfangreichen organisatorischen und medizinischen Fähigkeiten ab, die in den Praxen benötigt und erbracht würden – das würde dann von den Praxen in weiten Teilen selbst vermittelt. „Die Ausbildung der MFA steht und fällt mit der Vermittlung praktischer Fähigkeiten und sozialer Kompetenz in den Praxen am Patienten.“ Die Ärzte sollten hier „in die Konzepte eingebunden werden und die Praxen finanziell so leistungsfähig sein, dass wir uns unser qualitativ hochwertig ausgebildetes Personal leisten können,“ fordert Bärtl abschließend deutliche Konsequenzen von der Politik.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV