15.02.2021

EpiLage-Fortgeltungsgesetz – Spahns Spaltpilz für Ärzte?

Dr. Wolfgang Bärtl

Das EpiLage-Fortgeltungsgesetz bringt niedergelassene Fachärzte in die Bredouille und lässt die Wertschätzung der Leistungen in der Pandemie vermissen. Der Bayerischer Facharztverband (BFAV) fordert, den Rettungsschirm auch für extrabudgetäre Leistungen nach der Pandemie aufgespannt zu lassen um die vollumfängliche Versorgung der Patienten zu sichern.

Extrabudgetärer Leistungen stellen, so der BFAV, einen wesentlichen Bestandteil notwendiger Honorare zum Erhalt der gewohnten und erforderlichen ambulanten fachärztlichen Versorgung dar. „Die Ausgrenzung der eGV aus dem Rettungsschirm lässt nicht nur eine Wertschätzung der bisherigen Leistungen niedergelassener Ärzte in der Pandemiesituation vermissen, sondern gefährdet die Versorgung grob fahrlässig, da viele Praxen das Wegbrechen dieses Versorgungssegmentes ohne Schutzschirm nicht überstehen werden. Sie werden dann für den nach der Pandemie zu erwartenden Nachholbedarf nicht mehr zur Verfügung stehen“, warnt der Vorsitzende des BFAV Dr. Wolfgang Bärtl vor einem Kahlschlag in der Versorgungssituation. Gerade die Regionen ohne Kompensationsmöglichkeiten aus Selbstzahler-Einnahmen würde das besonders hart treffen.

Vergiftetes Geschenk

Mit der verklausulierten Regelung, den KV-en Möglichkeiten zu eröffnen, über interne Verschiebungen im Rahmen der Honorarverteilungsmaßnahmen (HVM) aus der mGV die eGV zu stützen, unterbreite Spahn der Ärzteschaft „ein vergiftetes Geschenk“. Umverteilungsmaßnahmen aus der ohnehin lächerlich vergüteten fachärztlichen Grundversorgung, die sich zum größten Teil aus der mGV speist, seien mit aller Entschiedenheit abzulehnen. Andererseits können manche Facharztpraxen die Einnahmenverluste aus der rückläufigen eGV nicht kompensieren. „Damit treibt Herr Spahn einen gefährlichen Spaltpilz insbesondere unter die niedergelassenen Fachärzte“ warnt Bärtl „vor einem gefährlichen Spiel mit dem Feuer!

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV