bayerischerfacharztverband.de: Akutelles http://www.bayerischerfacharztverband.de/ Neues vom Bayerischen Facharztverband de bayerischerfacharztverband.de: Akutelles http://www.bayerischerfacharztverband.de/typo3conf/ext/tt_news/ext_icon.gif http://www.bayerischerfacharztverband.de/ 18 16 Neues vom Bayerischen Facharztverband TYPO3 - get.content.right http://blogs.law.harvard.edu/tech/rss Wed, 29 Jun 2022 12:37:02 +0200 Wortbruch und Abbruch http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1180 Lauterbachs Spargesetz stößt beim Bayerischen Facharztverband (BFAV) auf erbitterten Widerstand.... „Dieser Wortbruch beschleunigt den Abbruch“, so umschreibt der BFAV-Vorstand Dr. Wolfgang Bärtl die wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Facharztpraxen, sollte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die angekündigte Streichung der Neupatientenregelung umsetzen. Lauterbach beabsichtige damit, die unter seiner Mitarbeit entstandene TSVG-Neupatientenregelung wieder zurück ins Budget zu holen um damit das mit Bürokratie überlastete Gesundheitswesen zu sanieren. Für Bärtl ergeben sich daraus besonders in der fachärztlichen Grundversorgung budgetbedingte Leistungskürzungen und längere Wartezeiten für GKV-Patienten.

Die Kritik des BFAV-Chefs gründet auf seiner Erfahrung als niedergelassener Orthopäde in Neumarkt/OPf.: „Inflationäre Kostensteigerungen bei Energie, Hygiene und unsinniger, auch von der Politik getriebener TI in den Praxen werden noch verschärft durch die neuen Budgetierungen für gesetzlich Krankenversicherte bei den Fachärzten.“ Angesichts der fortgesetzten Verweigerung einer Preisanpassung der GOÄ nach über 26 Jahren sei dies „ein weiterer Schlag mit der Abrissbirne in die Praxen der Niedergelassenen Fachärzte“. Bärtls Rat an die Patienten: „Bei begrenzten Leistungen und wieder längeren Wartezeiten wenden Sie sich bitte an Gesundheitsminister Lauterbach.“

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Wed, 29 Jun 2022 12:37:02 +0200
Solidarischer Widerstand – BFAV bekommt Unterstützung im Konnektorenstreit! http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1179 Der Widerstand gegen die verkorkste Digitalisierungsstrategie in den Arztpraxen wächst und lässt... Dr. Gernot Petzold, selbständig niedergelassener Augenarzt in Kulmbach gleichzeitig TI-Beauftragter im BFAV-Vorstand sieht sich in seiner Kritik bestätigt. In Anbetracht des bevorstehenden Austausches von rund 130.000 Konnektoren und der damit verbundenen ungeklärten Kostenproblemen – die Verhandlungen zwischen KBV und den Krankenkassen sind vorerst gescheitert – fordere jetzt auch HNO-Chef Dr. Dirk Heinrich als Sofortmaßnahme ein Moratorium der Telematikinfrastruktur. „Wir sind an dem Punkt angelangt, an dem es, nüchtern betrachtet, rationaler ist, auf einen neuen Weg umzuschwenken, als das tote TI-Pferd weiter zu reiten“, so Heinrich.

Auch der BVKJ ruft zwischenzeitlich eindringlich zum Boykott des E-Rezeptes auf und warnt davor, sich an den „behördlich verordneten Experimenten zum E-Rezept“ zu beteiligen. Der Verband verweist in aller Deutlichkeit darauf, dass seine Mitglieder nur bereit seien Technologien in Ihren Praxen zu nutzen, die eine Erleichterung für Ärzte und Patienten bedeuten, und die Sicherheit bei der Anwendung und der Datenverarbeitung als unabdingbare Voraussetzung gewährleisten würden.

Wachsende Kritik

Auf die Einhaltung dieser Grundsätze zur Anwendung der Telematikinfrastruktur drängt der BFAV schon von Anbeginn der Diskussion seit 2019. Die Gewährleistung der Datensicherheit ist für den fachübergreifenden Ärzteverband eine „unabdingbare Voraussetzung beim Einsatz von digitalen Anwendungen in den Arztpraxen. Hartnäckigen Versuche, den Datenschutz auszuhöhlen – wie aktuell vom Vorsitzenden des Sachverständigenrates, Prof. Dr. Ferdinand Gerlach erneut vorgetragen – trete der BFAV entschieden entgegen. „Die ärztliche Schweigepflicht und das Arzt-Patientengeheimnis sind nicht verhandelbar!“ Datensicherheit bedeute den Schutz aller Patientendaten und gleichzeitig des ärztlichen Berufsrechtes, so bekräftigt der Klageführer des BFAV.  Die Teilnahme an der Telematikinfrastruktur müsse deshalb unter Abwägung aller Risiken freiwillig erfolgen, die Honorarabzüge bei Nichtteilnahme an der TI gestoppt und die zurückbehaltenen Gelder ausbezahlt werden. „Wir fordern alle Berufsverbände auf, sich diese Forderungen zu eigen zu machen und sich unserer Klage gegen den Zwangsanschluss an die TI anzuschließen“, hofft  Petzold auf breite Solidarisierung der Kollegenschaft.

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Bayerischer Facharztverband BFAV Tue, 21 Jun 2022 19:12:06 +0200
Die KVB braucht mehr Fachärzte-Kompetenz – BFAV Aufruf zur KVB-Wahl im Oktober 2022 http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1178 Nur durch Geschlossenheit und mit einer hohen Wahlbeteiligung können wir Fachärzte unsere... Der Bayerische Facharztverband (BFAV) ruft alle fachärztlichen Vertragsärzte auf, sich unbedingt an der im Oktober diesen Jahres anstehenden Wahl zur Vertreterversammlung der KVB geschlossen zu beteiligen.

In den vergangenen 12 Jahren „hausarztzentrierter“  oder besser gesagt  „hausarztdominierter“ Führung der KVB sind viele fachärztliche Themen und Interessen in den Hintergrund gerückt worden. So leiden wir Fachärzte weiterhin unter einer nicht unerheblichen Budgetierung und einer deutlichen Unterfinanzierung ganzer Versorgungsbereiche wie ambulantes Operieren, Hygienekosten oder belegärztliche Tätigkeiten. Obwohl wir zwei Drittel aller ambulanten Behandlungen übernehmen, schlägt sich diese Leistung in der öffentlichen Wertschätzung nicht nieder.

Weit über 100 Mio EUR wurden von der hausärztlich dominierten KVB in eine u. E. misslungene Bereitschaftsdienstreform gepumpt, deren vorrangige Ziele die Dienstentlastung der Hausärzte waren. Trotz unserer Proteste in der VV mussten wir zusehen, wie völlig patientenferne Facharztgruppen in die Dienstverpflichtungen gezwungen wurden. Nachdem der von uns angesparte Juliusturm der KVB geplündert war, mussten bekanntlich die Verwaltungskostenabgaben um 40% angehoben werden.

Es ist für uns Selbständige und niedergelassene Fachärzte höchste Zeit, diese über zwölf  Jahren entstandenen Verwerfungen zu beseitigen und gleichzeitig die letzte Chance, unsere inhabergeführten fachärztlichen Praxen vor dem Zugriff der Kliniken oder Kapitalinvestoren zu retten. Denn Selbständigkeit und Freiberuflichkeit sind der Goldstandard für eine optimale patientenzentrierte Versorgung.

Der BFAV, als Vertretung aller selbständiger, niedergelassenen Fachärzte, wird traditionsgemäß mit einer unabhängigen fachübergreifenden Wahlliste antreten. 

Wir werden uns mit aller Kraft fachübergreifend dafür einsetzen, die seit Jahren kontinuierlich kommunizierten Ziele, wie feste und angemessene Preise, Erhalt der Freiberuflichkeit und Selbständigkeit und kein TI-Zwangsanschluss  für die Fachärzte umzusetzen.

Wählen Sie das Original!

BFAV: Die Stimme der niedergelassenen Fachärzte!

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Thu, 02 Jun 2022 16:35:01 +0200
Konnektorentausch – Digitaler Scherbenhaufen! Verhandlungen zu Erstattung bei Konnektorentausch gescheitert. http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1177 Die Digitalisierungspolitik von Bundesgesundheitsministerium (BMG) und Gematik ist aus Sicht des... Nach Meinung Petzolds würde das Notfall-Datenmanagement von Patienten kaum nachgefragt. Gleiches gelte für den elektronischen Medikationsplan. Das Versichertenstammdatenmanagement sei wiederum eine reine Dienstleistung für die gesetzlichen Krankenkassen ohne jegliche Verbesserung für die Versorgung. Der elektronische Arztbrief sei wegen technischer Probleme und mangelnder Integration in die Praxisverwaltungssysteme nur sehr eingeschränkt nutzbar. Noch schlechter sei es um die elektronische Patientenakte bestellt, gerade einmal 0,6% der GKV-Versicherten verfügen über eine ePA.

Stelle man die bereits angefallenen Kosten gegenüber, falle die Bilanz noch schlechter aus. Im Schnitt hätte jede an die Telematikinfrastruktur angeschlossene Arztpraxis „9000 € draufgezahlt, die nicht erstattet wurden.“ Aktuell seien jetzt noch die Verhandlungen zwischen der KBV und im GKV-Spitzenverband über die Erstattung der Kosten für den Tausch der Konnektoren gescheitert.
Vor diesem Hintergrund nicht nachvollziehbar zeige sich der Vorsitzende der Bundesärztekammer Reinhardt auf dem Ärztetag optimistisch: „Die Digitalisierung hat ein enormes Potenzial, die Patientenversorgung zu verbessern und den Arbeitsalltag in Praxen und Kliniken zu erleichtern. Darüber und über den notwendigen Fortschritt, den wir in diesem Zusammenhang in Deutschland brauchen, besteht in der Ärzteschaft kein Zweifel.“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erklärt ebenfalls freudig erregt: „Wir sind uns einig, dass wir um die Digitalisierung nicht herumkommen.“  Diese mache die medizinische Versorgung besser.
Gegen diese euphorische Stimmungsmache von BMG und BÄK-Spitze wendet sich der Bayerische Facharztverband mit Petzold entschieden: „Jede niedergelassene Ärztin und jeder niedergelassene Arzt muss freiwillig entscheiden dürfen, ob sie sich an dieser Telematikinfrastruktur und deren Anwendungen beteiligen oder nicht. Der BFAV führt deshalb konsequent die Klage gegen den unserer Meinung nach unrechtmäßigen Honorarabzug bei Nichtanschluss an die Telematikinfrastruktur fort,“ so Petzolds Zusicherung an die Kollegen.

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Mon, 30 May 2022 12:55:04 +0200
GOÄ-Reform – Game over? http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1176 Führung der Bundesärztekammer (BÄK) reformunfähig oder unwillig? Bayerischer Facharztverband ist... Auf die Übergabe des bisher streng geheim gehaltenen Folianten der GOÄ-NEU durch den Bundesärztekammerpräsidenten Dr. Klaus Reinhardt an Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zum Auftakt des Deutschen Ärztetages in Bremen reagierte der Minister mit einer süffisanten Bemerkung als fragwürdigen weil inhaltslosen Beitrag zum Bürokratieabbau. Er legte das Buch (ungelesen) rasch zur Seite, was symbolisch seine mangelnde Bereitschaft unterstrich, dieses Werk in dieser Legislatur anzufassen, geschweige denn in Kraft zu setzen.


Keine Entschuldigung

Als „an Peinlichkeit nicht zu übertreffen“ bezeichnete Dr. Wolfgang Bärtl, Vorsitzender des Bayerischen Facharztverbands (BFAV) eine offenbar als Entschuldigung gedachte gemeinsame Presseerklärung der BÄK und des PKV-Verbands. In dieser wurde klargestellt, dass es nur noch einer `Real-Testphase´ und einer `gemeinsamen Preisfindung´ bedürfe, ehe das Projekt definitiv vorgelegt werden könne“. Bärtl bezeichnete dies als Offenbarungseid des BÄK-Vorstands. „Damit werden alle unsere Befürchtungen und Warnungen wahr, die wir seit mehr als 10 Jahren gegen diese GOÄ-Reform immer wieder vorgetragen haben.“

Realtestphase stoppen

Eine bislang noch nie kommunizierte „Real-Testphase“ solle wohl dazu dienen, den im Paragrafenteil vereinbarten Korridor mit einer maximalen Gesamtsteigerungsrate von ca. 7 % zu testen und dann nach im EBM bewährter Budgetmanier die Preise festzulegen. Kontinuierliche Anpassung alias Budgetierung und Quotierung sind die Befürchtungen des selbst als Orthopäde in Neumarkt niedergelassenen BFAV-Chefs. „Reinhardt hat dem BGM ein Angebot ohne Preis gemacht“, so kritisiert Bärtl vor dem Hintergrund einer galoppierenden Inflation. Den Praxen fehle das Geld und die Mitarbeiterinnen würden wegen unzureichender Gehälter davonlaufen.

Der BFAV fordert die BÄK deshalb dringend auf, das „Experiment GOÄ-NEU sofort zu stoppen und alle Kraft in eine inflationsbereinigte Anpassung der GOÄ alt zu stecken. Die Empfehlung der BÄK, ab sofort den Basissteigerungssatz auf 3,5fach und mit Begründung auf bis zu 5,3fach anzuheben sei sofort abzugeben und in einer konzertierten Aktion mit allen Berufsverbänden umzusetzen. Diese inflationsangepasste GOÄ müsse „äußerst zeitnah“, d. h. noch vor der Sommerpause dem Bundesgesundheitsminister übergeben werden. „Sollte der BGM nicht innerhalb einer angemessenen Frist reagieren, ist Klage wegen Untätigkeit zu erheben“, fordert der Bayerische Facharztverband.

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Wed, 25 May 2022 19:26:24 +0200
Widerstand gegen e-Rezept wächst http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1175 Der Kampf des Bayerischen Facharztverbands (BFAV) gegen die Einführung des e-Rezepts und gegen den... Das Bündnis für Datenschutz und Schweigepflicht (BfDS) verweist in seinem neuesten Newsletter auf die Pressemitteilung des BFAV vom 13. Mai, in der BFAV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Bärtl es als Skandal bezeichnet hatte, "dass die Praxen der niedergelassenen Ärzte in Bayern als Versuchskaninchen und Steigbügelhalter für die Gewinnerwartungen von Aktionären herhalten müssen.“
Das BfDS ist ein Zusammenschluss von Ärztinnen und Ärzten, der den Schutz der ärztlichen Schweigepflicht als entscheidende Voraussetzung für eine gelingende Behandlung und das im Grundgesetz verankerte informationelle Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen und Patienten zum Hauptziel hat.

Zum neuen BfDS-Newsletter, in dem zahlreiche weitere Fundstellen zum Kampf gegen e-Rezept und TI zu finden sind, geht es hier: www.gesundheitsdaten-in-gefahr.de/?na=view&id=77
Informationen zum BfDS gibt es unter diesem Link: www.gesundheitsdaten-in-gefahr.de

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Tue, 24 May 2022 12:23:29 +0200
MFA von der Politik „vergessen“? – Bayerischer Facharztverband protestiert / MFA erhalten keinen Corona-Zuschlag http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1174 MFA`s in den Praxen sollen nach dem Willen der Mehrheit im Gesundheitsausschusses im Gegensatz zu... Als „große Enttäuschung“ bezeichnet der Vorsitzende des Bayerischen Facharztverbandes Dr. Wolfgang Bärtl die Entscheidung des Gesundheitsausschusses - gegen die Stimmen der CSU gefasst-, die Medizinischen Fachangestellten in den Praxen der niedergelassenen Ärzte  von den Bonuszahlungen trotz Ihrer Verdienste in der ambulanten Versorgung und beim Impfen während der Pandemie von Bonuszahlungen auszugrenzen. 
„Die Ablehnung sendet ein desaströses Signal an den ohnehin viel zu knappen Nachwuchs in unseren Praxen“ so Bärtl, der als niedergelassener Orthopäde in Neumarkt/Opf. die Entscheidung als nicht nachvollziehbar beklagt. 
„Die Politik misst hier wieder einmal zwischen dem stationären und ambulanten Sektor mit zweierlei Maß, bittet Bärtl die Delegierten des Dt. Ärztetages, der diese Woche in Bremen stattfindet, um Unterstützung. 

„Die Versammlung  ist aufgerufen, diese Ungerechtigkeit klar zu thematisieren und zu protestieren."

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Bayerischer Facharztverband BFAV Mon, 23 May 2022 17:02:22 +0200
Weiße Fahne zur GOÄ? – Verzicht auf GOÄ-Reform? http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1173 Mit Unverständnis und Verärgerung reagiert der Bayerische Facharztverband (BFAV) auf die... Äußerst irritierend für die niedergelassenen Fachärzte wirkten dabei Reinhardts weitere Einlassungen, dass es den Ärzten nach über 26 Jahren fehlender Preisanpassung nicht darum ginge, „mehr Geld zu verdienen.“ Entlarvend auch die Äußerung nach 10 Jahren Verhandlungen zur GOÄ neu stehe man erst am Anfang der Diskussion. Offenbar in Erwartung einer klaren Absage des Gesundheitsministers zur GOÄ-neu im Vorfeld des dt. Ärztetages mache er einen „hasenfüßigen Rückzieher von seinen vielerorts vollmundig verkündeten Konsequenzen im Falle eines Scheiterns. Reinhardt hat offensichtlich keinen Plan B“, wundert sich Bärtl. „Wer nach über 26 Jahren fehlender Preisanpassung der GOÄ und einer aktuellen Inflationsrate von acht Prozent öffentlich signalisiert, dass es überhaupt keiner Anpassung bedarf, lässt als maßgeblicher Interessensvertreter jegliches Verhandlungsgeschick vermissen. BÄK-Präsident Reinhardt fügt damit den Praxen, die einen Großteil ihrer Einnahmen aus einer veralteten Gebührenordnung beziehen müssen, einen schweren Schaden zu“, so der BFAV-Chef.

Der Bayerische Facharztverband ruft die Delegierten zum Dt. Ärztetag auf, Reinhardt auf den richtigen Weg zu bringen oder die Position basisnah neu zu besetzen.

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Fri, 20 May 2022 09:15:04 +0200
Verkauft und abgestraft! Bayerische Praxen als Versuchskaninchen http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1172 Bayerischer Facharztverband befürchtet Daten-Chaos bei übereilter Einführung des e-Rezeptes.... Die Profiteure des e-Rezeptes sind  die europäischen Versandapotheken; das zeigt der Börsenabsturz führender Internet-Apotheken-Aktien nach der gestrigen Meldung, dass das e-Rezept "nur" in Bayern und Schleswig-Holstein ab 1.9.22 verpflichtend eingeführt werden soll und nicht wie vom Versandhandel erhofft im ganzen Bundesgebiet. „Die von der Gematik vorgegebene „Deadline“ für den Roll-Out-Start von 30.000 Rezepten unter Einbeziehung von nur drei Softwarehäusern birgt ein erhöhtes Risiko für die Funktionsfähigkeit unsere Praxen, warnt BFAV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Bärtl.

Die Profiteure des e-Rezeptes sind die europäischen Versandapotheken; das zeigt der Börsenabsturz führender Internet-Apotheken-Aktien nach der gestrigen Meldung, dass das e-Rezept "nur" in Bayern und Schleswig-Holstein ab 1.9.22 verpflichtend eingeführt werden soll und nicht wie vom Versandhandel erhofft im ganzen Bundesgebiet.

Die Gematik teilte am Donnerstag mit, dass es bisher  keinen Beschluss der Gesellschafterversammlung zur Einführung des e-Rezeptes gebe. „In der Debatte ist u.a. eine stufenweise Einführung. Die Gesellschafter beraten über diese und weitere Fragen", sagte ein Sprecher dem Ärztlichen Nachrichtendienst (änd). So hat die Gewinn-Rallye der beiden Online-Apotheken-Aktien Shop Apotheke Europe und Zur Rose am Dienstag ein abruptes Ende gefunden. Hintergrund sind keine "guten Neuigkeiten", was die Einführung der elektronischen Rezeptierung in Deutschland angeht. Auch wenn die Gematik auf Rückfrage abwiegelt: „Bei der nichtöffentlichen Sitzung der gestrigen Gesellschafterversammlung sind keine Beschlüsse getroffen worden, die von breiterem öffentlichem Interesse sind,“ gehen Anleger verunsichert auf Distanz. Die Ärzteschaft ist empört. „Es ist ein Skandal, dass die Praxen der niedergelassenen Ärzte in Bayern als Versuchskaninchen und Steigbügelhalter für die Gewinnerwartungen von Aktionären herhalten müssen“ protestiert BFAV-Chef Bärtl gegen diese Vorgehensweise.

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Fri, 13 May 2022 16:24:11 +0200
Besser für alle – Fachärzte vom allgemeinen Bereitschaftsdienst befreien. http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1171 Bayerischer Facharztverband fordert Bereitschaftsdienstreform. Qualifizierte Spezialisten sind im... Der Bereitschaftsdienst erweist sich seit seiner Reform als immer größerer Hemmschuh in der Niederlassung, gerade für Fachärzte, die sich mit dieser Zusatzbelastung in strukturschwachen Gebieten konfrontiert sehen. So findet sich z.B. seit Jahren keinen Hautarzt mehr für Wunsiedel und die KVB muss nun versuchen, dort die Versorgung mit einem Eigenbetrieb sicher zu stellen. In Anbetracht der parallel zunehmenden Überalterung in der Ärzteschaft und mit Blick auf die anrollende Ruhestandswelle sollte jedoch die Niederlassung attraktiver und gleichzeitig der Bereitschaftsdienst im Interesse einer sicheren und zielgerichteten Patientenversorgung optimiert werden. BFAV-Vorstand Dr. Wolfgang Bärtl, niedergelassener Orthopäde in Neumarkt/Opf. plädiert deshalb dafür, die niedergelassenen Fachärzte vom allgemeinen Bereitschaftsdienst zu befreien. Allgemeinmediziner seien aufgrund ihrer Ausbildung und ihres Praxisalltags generell besser auf diese Einsätze vorbereitet als beispielsweise Psychiater, Hautärzte oder Radiologen. Bärtl fordert deshalb in Übereinstimmung mit der Facharztinitiative in Rheinland-Pfalz die „Professionalisierung des Bereitschaftsdienstes mit einem Wahlrecht für die Kollegen“.
Generell plädiert der Bayerischer Facharztverband dafür, den sog. „Fahrdienst“ in einen „Bringdienst“ umzuwandeln. Deutschlands Gesundheitswesen sei mit der Dreifachschiene Notarztsystem, Notaufnahmen der Kliniken bzw. Bereitschaftsdienstpraxen und ärztlichem Fahrdienst zwischenzeitlich personell wie strukturell dreifach konkurrierend ausgestattet. Der Dienst könnte z.B. auch von ausgebildeten Rettungssanitätern erbracht werden, die ggf. im telemedizinischen Kontakt mit den Bereitschaftspraxen stehen könnten. „So entsteht die dringend notwendige Entlastung bei den Fachärzten. Kein Spezialist muss dann mehr stundenlang als fachfremder Notfallpatientenbetreuer durch die Gegend kutschieren, sondern kann dort helfen, wovon er was versteht,“ wirbt Bärtl gerade mit Blick auf unterversorgte Gebiete um eine erhöhte Attraktivität beim Fachärztenachwuchs.
Wo jedoch fachärztlicher Bereitschaftsdienst Sinn macht, sollte er erhalten und gefördert werden. Damit können Patienten schnell, fachspezifisch, kompetent und meist abschließend behandelt werden. Das schafft zufriedene Patienten und spart Zeit und Geld, da unnötige Krankenhauseinweisungen und Doppeluntersuchungen vermieden werden.

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Tue, 10 May 2022 11:25:00 +0200
Alle Widersprüche gegen die Honorarkürzung bei Nichtanschluss an die Telematikinfrastruktur ruhen! http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1170 Nach einer Mitteilung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) werden alle Widersprüche gegen... Der Bayerische Facharztverband behält sich vor - wie bereits mehrfach mitgeteilt - die Klage gegen den zwangsweisen Honorarabzug bei Nichtanschluss an die Telematikinfrastruktur durch alle Instanzen durchzufechten.
Voraussetzung für zukünftige Ansprüche auf Rückzahlung der einbehaltenen Honorare ist allerdings, dass Sie im Falle eines Honorarabzug weiterhin in jedem Quartal einen Widerspruch gegen diesen Honorarabzug wegen Nichtanschluss an die Telematik-infrastruktur bei der KVB einlegen. Diese Widersprüche werden dann ohne erneute Bestätigung ebenfalls ruhend gestellt.
Dies ist für alle, die bisher auf einer Widerspruchsentscheidung durch die KVB bestanden haben, um beim Sozialgericht Klage dagegen einzureichen, eine deutliche Erleichterung; spart es doch erhebliche Widerspruchs,- Verfahrens-, und Rechtsanwaltskosten.

Elektroschrott

Die Telematikinfrastruktur ist nun um einen weiteren Skandal reicher. War die TI bisher in den Augen vieler ein Problem für den Datenschutz, die Berufsfreiheit, für die ärztliche Schweigepflicht, aber auch eine finanzielle Belastung für die an die Telematikinfrastruktur angeschlossenen Praxen, so ist nun ein neuer Aspekt hinzugekommen: Verschwendung von Kassen- und/oder Steuergeldern und eine massive Umweltbelastung.
Nach dem heutigen Kenntnisstand werden in den kommenden 2 Jahren 128.000 Konnektoren ausgetauscht werden müssen, weil deren Sicherheitszertifikate auslaufen.
Konkret sind es die im Konnektor fest verbauten gSMC-K-Karten, deren Zertifikate in den nächsten Monaten auslaufen werden. Laut Heise online „…können aus Sicherheitsgründen die Praxen und ihre IT-Dienstleister die gSMC-K-Karten nicht selbst wechseln. Die Geräte müssen über eine gesicherte Lieferkette ausgetauscht werden. Bei sehr alten Geräten muss der Hersteller die Hardware wechseln. Bei neueren Modellen genügt ein Tausch der internen gSMC-K-Karten, bevor die frisch versiegelten Geräte an die nächste Praxis weitergehen…“

Die Kosten für diesen Konnektorentausch werden bei einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Euro liegen.
Und was ist der Gegenwert für dieses Millionengrab? Ein wenig Verwaltungsvereinfachung für die gesetzlichen Krankenkassen in Form eines Versichertenstammdatenmanagements - für Patienten und Ärzte fehlen dagegen bis heute die Vorteile. In einem Leserbrief im Deutschen Ärzteblatt (Dr.J.Ullrich) zieht der Verfasser eine Parallele zum Maut-Desaster,     „… was einen weitaus größeren medialen Aufschrei verursacht hatte - zeitnahe politische oder gar personelle Konsequenzen hier wie dort leider Fehlanzeige…Obschon Elektronik- bauteile aktuell knapp sind und jeglicher Elektroschrott ohnehin ein massives Umweltproblem darstellt, soll der Konnektorenersatz durchgezogen werden - ungeachtet dessen, dass man eigentlich ja bereits an der TI 2.0 auf Softwarebasis ganz ohne Konnektoren arbeitet.

Quick and Dirty

In den letzten Monaten hat der Einsatz der neuen Chipkarte eGK Version 2.1 bei bestimmten Kartenterminals zu einem Absturz des gesamten Systems geführt. Diese neue Kartengeneration soll in Zukunft ein kontaktloses Auslesen der Versichertenkarte ermöglichen. Eine Lösung dieses Absturzproblems war ein Neustart des Kartenterminal oder des Gesamtsystems samt Konnektor - und das mehrfach innerhalb der laufenden Sprechstunde! Ursache für diesen Fehler ist die Konfigurierung der Platine des Kartenterminals. Diesen Konstruktionsfehler kann man durch kein update „heilen“. Die Gematik, die für die Zertifizierung des Terminals und der Karte verantwortlich zeichnet, weist jegliche Verantwortung von sich. Zur Behebung der Hightech-Panne wurden „Kabelbinder und Panzerband“ empfohlen.
Ein im Wirtschaftsbetrieb üblicher Weg wäre, dass zur Behebung des Fehlers das fehlerhafte Terminal gegen ein funktionsfähiges Kartenterminal einer anderen Firma ausgetauscht wird und die Kosten hierfür übernimmt die verantwortliche Firma des fehlerhaften Terminals. Aber weit gefehlt! Die Problemlösung soll ein Aufsatz auf den Kartenschlitz des Kartenterminal sein, der die eGK beim Einstecken von statischen Aufladungen befreien soll. Ob das zu einer Neu-Zertifizierung des gesamten Kartenterminals durch die Gematik führen muss, ist noch unklar.
Diese Kartenschlitz-Aufsätze erinnern aber doch an Methoden der Geldautomaten-Betrüger aus der Vergangenheit, die ähnliche Aufsätze (mit Funkkamera) zum Ausspähen der pins von Geldkarten nutzten.

Was tut jetzt not?

Hierzu zitiere ich wieder Kollegen Ullrich:
„Eine rasche und mutige Beendigung jeglicher Versuche, eine totale digitale Vernetzung aller Akteure und Patienten im Gesundheitswesen herbeizuzwingen, weder über eine konnektor- basierte TI noch über die sogenannte TI 2.0.
Folgerichtig Auflösung der Gematik, die sich den wirklichen Aufgabenstellungen bisher nicht gewachsen gezeigt hat und der Kontrolle des Mehrheitseigners Bundesgesundheits-ministeriums auch entglitten zu sein scheint. Kein Ersatz kostengünstiger, funktionaler und bewährter Prozesse (Rezept, AU etc.) durch teure und störanfälligere digitale Verfahren. Stattdessen muss Digitalisierung im Gesundheitswesen endlich neu gedacht werden:
Digitale Lösungen im Gesundheitswesen nur auf freiwilliger Basis, mit erkennbarem direktem Nutzen für die Anwender selbst und unter strenger Wahrung von Datenschutz und ärztlicher Schweigepflicht. Jegliche Digitalisierung grundlegender Abläufe im Gesundheitswesen ist ohnehin auf ihre Robustheit bzgl. ihres Funktionierens und ihrer problemlosen analogen Ersatzmöglichkeit bei Störungen von Stromversorgung und Internetverbindung zu prüfen.
Geopolitisch verursachte Energieknappheit sowie das Nachhaltigkeitsgebot angesichts des Klimawandels verlangen einen gezielten Ressourceneinsatz und somit auch den Rückbau digitalisierter Prozesse als erhebliche Energiefresser überall dort, wo sie keinen zweifelsfreien Mehrwert gegenüber den entsprechenden analogen Prozessen aufweisen…“

Gernot Petzold
Vorstand BFAV

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Thu, 05 May 2022 20:43:53 +0200
Lauterbach – tarnen, täuschen, kürzen! http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1169 Bayerischer Facharztverband warnt vor Lauterbachplänen: Effizienz als Tarnung für... Um die galoppierenden Kostensteigerungen im Gesundheitssystem in den Griff zu bekommen, schließt der versierte Gesundheitspolitiker Unannehmlichkeiten wie Leistungskürzungen für die Patienten sprich Wähler kategorisch aus. Seiner Ansicht nach sollen Effizienzsteigerungen zur Kostenreduktion beitragen, wobei mit der Selbstverwaltung der Schuldige für die mangelnde Effizienz bereits feststeht:
Kosten- Nutzenbewertung bei Diagnostik und Therapie wären, so Lauterbachs Einschätzung, bislang von  der Selbstverwaltung nur unzureichend umgesetzt worden, und dementsprechend, so der ministerielle Kurzschluss, als Kampfansage an die KV-en, künftig stringenter umzusetzen.

GOÄ-Reform weiterhin auf Eis

„Im Klartext beinhaltet dies den Auftrag an die KV-en durch Verschärfung von Dokumentation, Prüfung und Honorarkürzungen Druck auf die Kollegen auszuüben, um Kosten auf dem Rücken der Ärzte einzusparen.“ befürchtet Dr. Wolfgang Bärtl, Vorsitzender des BFAV „den Beginn einer ungemütlichen Zukunft für die Niedergelassenen Fachärzte unter einem Gesundheitsminister Lauterbach, der aus seinen Einsparvisionen zu Lasten der Niedergelassenen Ärzte und seiner Affinität zu Kliniken und den dort assoziierten MVZ nie einen Hehl gemacht hat.“

Beteiligung an KV-Wahlen im Oktober

In diesen Kontext passe konsequenterweise „die weiterhin ablehnende Haltung, die GOÄ-Reform in dieser Legislatur anpacken zu wollen. Unter diesen Vorzeichen ist eine kompetente, durchsetzungsstarke und selbstbewusste Vertretung der fachärztlichen Interessen bei den anstehenden Wahlen zur KVB-VV gerade für uns Niedergelassenen Fachärzte von existentieller Bedeutung,“  ruft Bärtl alle Kolleginnen und Kollegen auf, ihr Wahlrecht im Oktober diesen Jahres unbedingt wahrzunehmen, „denn nur gemeinsam sind wir stark.“

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Sun, 01 May 2022 12:36:06 +0200
Der Notarztdienst bleibt in Not – BFAV wird sich darum kümmern http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1168 Weder Rahmenbedingungen noch Vergütung des Notarztdienstes in Bayern sind zufriedenstellend gelöst.... Trotz langwieriger und schwieriger Verhandlungen im vergangenem Jahr 2021 zwischen der KVB und den Krankenkassen sind die Ergebnisse für die in Bayern tätigen Notärzte nach wie vor nicht ausreichend. „Es gibt viele offene Baustellen im Notarztsystem, die uns die im Herbst scheidende Legislatur der KVB hinterlassen wird“ beklagt BFAV Vorstandsmitglied Dr. Peter Jung, niedergelassener Gynäkologe und seit fast 25 Jahren Notarzt im Landkreis Hassberge und verspricht den in Bayern tätigen Notärztinnen und Notärzten, sich mit dem Bayerischen Facharztverband in der künftigen KVB-VV verstärkt für die Interessen der Bayerischen Notärzte einzusetzen.
Er nennt dazu 4 Kernziele:

Eine deutliche finanzielle Aufwertung der Notarzttätigkeit.

Die flächendeckende notärztliche Versorgung in Bayern ist mehr als gefährdet, da die Vergütung der Notärzte der Ausbildung und der Verantwortung im Notarztdienst nicht gerecht wird. Zudem können Ärzte nach dem Opportunitätsprinzip bei alternativen, in der Regel weniger belastenden Tätigkeiten in Praxis, Klinik, im allgemeinen Bereitschaftsdienst oder Impfzentren höhere Honorare erzielen. „Für einen durchschnittlichen Brutto-Arbeitslohn von ca. 56 EUR/Stunde werden sich künftig kaum noch Kollegen finden, die bereit sind, die Weiterbildung zur Notärztin oder zum Notarzt auf sich zu nehmen und Ihre Freizeit zu opfern,“ fordert Jung eine erneute spürbare finanzielle Aufwertung der Notarzttätigkeit.

Notarzt-Dienst von zu Hause, und wo es möglich ist, auch von der Praxis aus.

Vielerorts können die Dienstpläne nur unter allergrößten Umständen gefüllt werden. Lücken entstehen u.a. auch dadurch, weil viele Kolleginnen und Kollegen zwar von zu Haus aus oder von der der Praxis aus fahren würden, sich aber nach einer 60-Stunden-Praxis-Woche nicht nochmals 12 bis 24 Stunden auf eine Rettungswache setzen möchten, geschweige denn, dort übernachten wollen. „Ehe, wie zu erwarten, künftig immer mehr Notarztdienste unbesetzt bleiben, müssen wir Kolleginnen und Kollegen gewinnen, die von zu Haus fahren können und dies auch wollen. Gerade auf dem Lande und in eher einsatzschwachen Gebieten sieht Jung eine Chance, die dort häufiger lückenhaften Dienstpläne zu füllen. „Allerdings“, so fügt der Notarzt mit langjähriger Erfahrung an „dürften die Rettungsdienstorganisationen den hauptamtlichen Fahrern des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) dies dann nicht verleiden, indem diese den NEF-Dienst für solche Fälle dann lediglich im Ehrenamt erbringen dürfen. Dort wo es möglich ist, sollte auch der NEF-Fahrer „seine/n“ Notärztin oder Notarzt abholen können, ohne finanzielle Einbußen zu haben“. Das Fahren aus der Praxis heraus beurteilt er zunehmend kritisch, denn durch die zunehmende Arbeitsverdichtung fehlt der Ärztin / dem Arzt in der Praxis die Zeit für Notarzteinsätze. „Dies wäre allenfalls für größere Praxen mit mehreren Ärzten denkbar“ fügt Jung an.

Notärztliche Weiterbildung muss von den Kostenträgern übernommen werden.

Um die Attraktivität der Notarzttätigkeit zu steigern, müssen die aufwändigen Kosten der Weiter- und Fortbildung zwingend von den Kostenträgern übernommen werden. „Dies gilt umso mehr, so lange Aufwand und Vergütung in so gravierendem Widerspruch stehen“ untermauert Jung seine Forderungen. Einstieg in die Notarzttätigkeit muss für junge Ärztinnen und Ärzte so attraktiv wie möglich gestaltet werden und darf nicht mit hohen finanziellen Hürden verbunden sein.

Erhalt und Stärkung des luft- und bodengebundenen Notarztsystems.

Wir begrüßen die unterstützende Tätigkeit eines Tele-Notarztes aus der integrierten Leitstelle heraus, lehnen jedoch jegliche Weisungsbefugnis vor Ort ab. Der Tele-Notarzt kann und darf den Notarzt vor Ort nicht im Sinne eines teleärztlich gemanagten „Paramedic-Systems“ ersetzen, da dies den gut eingeführten Standard zu Lasten der Hilfesuchenden erodieren würde. Tele-Notarzt ist ein sinnvolles „Ad on“ in der Notfallmedizin, wird aber den physischen Notarzt beim kritisch Kranken nie ersetzen können.

Für diese Ziele und Forderungen wird der Bayerische Facharztverband gemeinsam mit den Notärzten Bayerns eintreten.

Wir bitten daher um Ihre Unterstützung durch eine Mitgliedschaft und bitten um Ihre Stimme bei der Wahl zur Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (27.10.2022 – 09.11.2022, 13:00 Uhr), denn – nur gemeinsam sind wir stark!

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Wed, 13 Apr 2022 15:09:06 +0200
Finanzhaie fressen Facharztpraxen http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1167 Der Bayerische Facharztverband (BFAV) befürchtet eine gefährliche Entwicklung durch den gezielten... Der Bayerischer Facharztverband schlägt Alarm.

So befänden sich "Augenarzt-MVZ- Ketten ausländischer Investoren teilweise bereits mit über 50 Prozent Marktbeherrschung in einigen Zentren auf dem Vormarsch.“ Der negative Einfluss dieser auf Umsatz und Gewinn getrimmten medizinischen Private Equity-MVZ (iMVZ) auf die flächendeckende gute medizinische Versorgung dürfe nach Meinung von BFAV-Vorsitzende Dr. Wolfgang Bärtl, Orthopäde aus Neumarkt/Opf. „nicht unterschätzt werden.“

Falsche Weichenstellung

Die falsche Weichenstellung in diese Richtung reicht demnach weit zurück. Der aktuelle Gesundheitsminister, Dr. Karl Lauterbach, der schon unter Ulla Schmidt, SPD, im Bundesgesundheitsministerium diente, waren damals schon gemeinsam nach Ansicht des Vorsitzenden Dr. Dirk Potempa, Urologe aus Garmisch-Partenkirchen, Treiber dieser Entwicklung: Die systematische Zersetzung der ambulanten Medizin von selbständig eigenverantwortlich tätige Ärzten hin zu Investoren gestützten MVZs. Statt breit gefächerter Medizin werden schwerpunktmässig lukrative Leistungen, wie OPs in der Ophtalmologie und Orthopädie/Chirurgie sowie radiologische Leistungen oder Labore zur Gewinnmaximierung von anonymen Finanzinvestoren heraus selektiert. Konservative, wenig invasive Behandlungsstrategien werden dadurch in der Fläche ausgedünnt. „Und die Politik zeigt jetzt von den Folgen vollkommen überrascht" wundert sich Potempa. Lauterbach als Initiator dieser – aus Sicht der Patientenversorgung destruktiven Entwicklung – zeige sich heute „überrascht vom divergent entwickelnden Rationierungspotiential.“

Eindringliche Warnung

BFAV-Chef Bärtl warnt vor einer Machtverschiebung innerhalb der Körperschaften. Der Einfluss dieser rapide wachsenden Strukturen auf KV-en und Kammern als ursprüngliche Interessensvertretung der niedergelassenen Kollegenschaft darf nicht unterschätzt werden. Deshalb sollte man sich bei den kommenden Wahlen genau anschauen, welches Klientel sich künftig hinter welchem Label verbirgt,“ so Bärtls Appell an die Kollegen, „sich in einen Verband selbständiger Praxisinhaber für die Zukunft zu rüsten, denn nur gemeinsam sind wir stark!

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Mon, 11 Apr 2022 09:26:06 +0200
Kommunales MVZ am Ende – KV-Praxen vor dem Ende? http://www.bayerischerfacharztverband.de//aktuelles/artikelansicht/?no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1166 Der Bayerischer Facharztverband (BFAV) befürchtet eine gefährliche Entwicklung. Während in eigener... Für Insider wenig überraschend wird dieser Tage die Schließung des gemeindeeigenen medizinischen Versorgungszentrums in Weilbach/Kreis Miltenberg gemeldet. Zwei Jahre nach Gründung des ersten kommunalen MVZ´s hat die Kommune die Reißleine gezogen. Das Trägermodell ist gescheitert. Die Gemeinde kann sich die hohen Verluste der Praxis, nicht mehr länger leisten. 

„Das gescheiterte Pilotprojekt bestätigt unsere seit Jahren vorgetragenen Befürchtungen und Verwerfungen im ambulanten Gesundheitssystem. Die Erträge aus einer grundversorgenden Haus- oder Facharztpraxis reichen bei durchschnittlichem Einsatz angestellter Ärzte nicht aus“, zieht der BFAV-Vorsitzender Dr. Wolfgang Bärtl, Orthopäde in Neumarkt i.d. OPf., bitter Bilanz. 

Selbstausbeutung

Umgekehrt reiche selbst der weit überdurchschnittliche Arbeitseinsatz selbständiger, niedergelassener Ärzte und auch deren MFA`s oft nicht mehr aus, „um eine Praxis betriebswirtschaftlich halbwegs rentabel zu führen“. Der BFAV-Vorsitzende fordert die Politik und die Krankenkassen auf, dieses außerordentliches Engagement auch finanziell besser zu würdigen, um die Entwicklung der oft vorzeitigen Praxisaufgabe zu verhindern. „Wenn sich heute keine grundversorgenden Fachärzte mehr finden, die sich in den strukturschwachen Regionen - wie aktuell in der Dermatologie in Wunsiedel - niederlassen wollen, dann hat das ganz klar wirtschaftliche Beweggründe,“ führt Bärtl aus.

Umdenken erforderlich

Statt mit festen und angemessenen Preisen für die Ärzte und einer dem Kliniksektor vergleichbaren Wertschätzung für die MFA`s die wirtschaftliche Basis und positive Anreize zur Niederlassung zu setzen, verlagere die Politik diese Defizite in die Verantwortung der KV-en und verpflichte sie, zu Lasten der Ärzteschaft in „unrentablen Regionen und Fachbereichen unrentable Praxen zu betreiben. Denn wie bei den kommunalen MVZ`s wird mit einem durchschnittlichen Engagement von Angestellten und dem bürokratischen Overhead in KV-eigenen MVZ´s kein anderes Ergebnis zu erwarten sein,“ analysiert der Bayerischer Facharztverband-Chef abschließend.

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Bayerischer Facharztverband BFAV BVNF Fri, 08 Apr 2022 08:21:02 +0200