28.02.2021

Sicher und gut – Bayerns niedergelassene Fachärzte impfen ohne Einschränkung

„Wir raten zu einer Impfung mit jedem zugelassenen Anti-Corona-Impfstoff“, nimmt Dr.Peter Jung, Vorstandsmitglied des Bayerischen Facharztverbandes (BFAV)klar Stellung gegen die aktuelle Verunsicherung in der Bevölkerung. Auf die Diskussion, welcher Impfstoff „besser“ oder „schlechter“ sei, „möchte ich mich gar nicht erst einlassen“ sagt Dr. Jung, der in seiner Praxis nahezu alle bislang etablierten Impfungen verabreicht.

Speziell auf die Anti-Corona- Impfungen bezogen: „Jeder der aktuell impfbaren Impfstoffe hat sein Zulassungsverfahren durchlaufen und hat seine Wirksamkeit bewiesen. Wenn im Zustand des Mangels ein 90%wirksamer Impfstoff nicht verfügbar ist, dann ist der 70% wirksame Impfstoff noch immer besser als gar keine Impfung. Wünschenswert wäre“, so Dr. Jung weiter, „wenn gegen SARS-CoV-2 in jeder niedergelassenen Praxis geimpft werden könne“. 60% der ambulant behandelten Patienten in Deutschland werden in fachärztlichen Praxen versorgt. Somit stellen diese einen breitflächigen Anlaufpunkt in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung dar. Angesprochen auf Nebenwirkungen rät der Impfarzt zu Gelassenheit: „Die sind vergleichbar mit den Nebenwirkungen der bekannten Impfungen. Alle unerwünschten Wirkungen werden dem Paul-Ehrlich-Institut gemeldet und können dort eingesehen werden“. Zur Anti-Corona-Impfung ist zudem eine App des Paul-Ehrlich-Instituts erhältlich („SafeVac“), welche Nebenwirkungen oder Befinden nach erfolgter Impfung abfragt.

Herdenimmunität als Ziel

„Eine Herdenimmunität muß erreicht werden- je früher umso besser“, so hofft Jung. „Nur damit können die Infektionsketten dauerhaft durchbrochen werden und ein Ende dieser Pandemie erreicht werden“. Fachärztliche Grundversorger impfen, genau wie ihre hausärztlichen Kollegen, „schon immer“ die von der Ständigen Impfkommission (StIKo) empfohlenen Impfungen. Zahlreiche niedergelassene Fachärzte sind zurzeit in den Impfzentren engagiert. „Impfen ist aber auch Routine in der Praxis des Niedergelassenen“ führt Dr. Jung weiter aus. Zahlreiche „Geiseln der Menschheit“ konnten damit nahezu eliminiert werden. Die noch vor dem ersten Weltkrieg als „Todesengel der Kinder“ gefürchtete Diphtherie ist, dank Impfung, in unserem Lande eine ausgesprochene Seltenheit. Die Tetanusimpfung bei unklarem Impfstatus ist bei jeder Verletzung ein Muss, um welches es kaum Diskussionen gibt. Den zu früheren Zeiten tödlichen Wundstarrkrampf kennt man deshalb so gut wie nie aus eigener Erfahrung- dank Impfung.  Mumps, Masern und Röteln und deren gefürchteten Komplikationen sind dank konsequenter Impfung ebenfalls selten zu diagnostizieren.

Kategorie: Bayerischer Facharztverband, BFAV